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Hans Zengeler: Traumtänzer

Roman, Illustrationen von Marosch Schröder, Titelgestaltung und Layout von Lisa Kulot

 

Kurzbeschreibung:

"Ich verfüge zweifelsohne über ein Fluchtorgan, was eine anatomische Besonderheit darstellt. Flüchtig ist daher meine ganze Existenz, flüchtig und nicht zu fassen. Die meisten können ihr Leben an stabilen Fakten festnageln und solchermaßen dokumentieren, daß es sie gibt. Bei mir ist es, als wolle man einen Nagel in die Luft schlagen und daran meine Biographie aufhängen. Mein Leben spottet nicht nur, es entzieht sich auch jeder Beschreibung. Das Charakteristische an mir ist meine standhafte Unbeständigkeit. Und meine Beeindruckbarkeit."

Der Nachtportier eines Hotels hat gekündigt und sich darauf vorbereitet, am letzten Abend aus seinem Leben
zu erzählen. Was anfangs wie ein planvolles Ganzes wirkt, stellt sich bald als Feuerwerk wildester Phantasterei dar.

"Der Roman spielt ironisch mit den Anstrengungen, eine sinnvolle Biographie aufzubauen, während das Gesetz des großen Irgendwie regiert. Er vermittelt Er-lebnisse des Wiedererkennens, die frappierend unterhaltsam sind." (Süddeutscher Rundfunk)

Recht haben werde ich nie. Das weiß ich jetzt schon. Mir wurde anerzogen, daß ich mich täusche. Seitdem will ich andere auch täuschen.
Martin Walser: Der Grund zur Freude

Rezensionen:

Der Hotelportier Eduard nutzt seine letzte Nacht in diesem Job, um Bilanz zu ziehen: "Ich überschreite demnächst die sogenannte Mitte des Lebens und bin immer noch nichts" resümiert er und erzählt allerhand Geschichten über sich: wie er 68 der intellektuellen Avantgarde hinterherlief, wie er angeblich Henry Miller kennenlernte, in Wien mit Künstlern herumvagabundierte, als Theaterkritiker einen einzigen überaus peinlichen Artikel schrieb und gefeuert wurde, wie er in den übelsten Kneipen monatelang soff oder bei einem vermeintlichen Zigeuner die "große Freiheit" erlebte.
Leider scheinen alle diese Geschichten nicht gerade wahr zu sein. Immer wieder revidiert er die Geschichten und erzählt neue Versionen, die er erneut relativiert. Eduard lügt stets den anderen und sich selbst die schönsten Geschichten in die Tasche: "Mag er doch mißtrauisch sein, ich verteidige diese Version, nicht nur weil sie hübsch ist, sondern weil sie mehr ausdrückt als das, was tatsächlich geschah." Dabei fällt Eduard jedesmal auf die Nase, und er schafft es einfach nicht, seinen größten Wunsch zu verwirklichen: Ein ganz normales, kleinbürgerliches Leben.
Was Eduard durchlebt, nennt man wohl gemeinhin "Midlife-Crisis". Er selbst sieht sein Leben jedoch ausschließlich als ein Sammelsurium verpatzter und verpaßter Gelegenheiten, die vielfach am Rande der Gesellschaft spielen. Die Außenseiter, die "Looser", erscheinen aber nicht als Mitleid erweckende Gestalten, sie werden aus ironischer Distanz von einem der ihren gesehen; sie werden noch etwas anderes, nämlich Figuren in Geschichten in Eduards Geschichte, und Geschichten sind meistens erfunden: Biographie - ein Spiel.

Matthias Kehle

Leseprobe...

Hinweis: Als Paperback (Auflage: 400 Exemplare), EURO 15.- und als handgebundener und fadengehefteter Edel-Pappband, (Auflage: 150 Exemplare), EURO 25.- und als Vorzugsausgabe mit einem der Originale im Schuber, (Auflage: 15 Exemplare), EURO 200.-, erhältlich!

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Letzte ─nderung:
April 02. 2016 09:21:23
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